Schwarz auf Weiß: Faust nach Castorf in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin

Ich habe eine heimliche Leidenschaft, die so heimlich eigentlich gar nicht ist: Deutsche Literatur auf der Bühne! Freunde und Familie wissen ganz genau, wie sie mir eine Freude machen können. Sobald eine neue Inszenierung der deutschen Literatur in den Theaterprogrammen auftaucht, wird sofort an mich gedacht.

Ganz besonders freue ich mich darauf, ein tolles Stück zu sehen: Faust! Nichts Neues? Doch, genau das ist es – neu und zwar auf der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Was diese Bühne schon für Feuerwerke erlebt hat, ist einfach nur beeindruckend und nun soll es weitergehen mit einem Stück, das wie für mich gemacht ist.

Mein Highlight: Das Theaterstück hat eine Dauer von 6 Stunden und 50 Minuten und wird sogar live übertragen in die Bornemann Bar. Schwarz auf Weiß: Bornemann Bar! Hier habe ich mit Freunden schon schöne Stunden erlebt und werde es mir nicht nehmen lassen, in der Bar auch Faust zu erleben.

Video: Zeitraffervideo Aufbau Bühnenbild Faust

Video wurde nachträglich am 18.06.2018 eingefügt.

Schwarz auf Weiß: Faust stellt Frank Castorf vor neue Herausforderungen

Frank Castorf ist nun wahrlich kein Neuling in der Theaterwelt. Die Erfahrungen des Intendanten dürften daher dafür sorgen, dass wir hier einen Faust zu sehen bekommen, der sich in eine ganz andere Richtung entwickelt. Darauf verweist auch die Zusammenfassung der Aufführung, die einen Hinweis darauf gibt, was Zuschauer erwarten dürfen.

So gilt Faust eigentlich als ein Drama mit einer Hauptfigur, die in ihren schillernden und traurigen Facetten viele Gesichter mitbringt. Frank Castorf sieht jedoch mehr zwischen den Zeilen. Mit dem zusätzlichen Einsatz von Fremdtexten entführt er den Zuschauer in eine Reise durch die Vergangenheit und das einstige Europa. Dabei stößt er an Mauern – an die Mauern, die rund um das europäische Bürgertum aufgebaut wurden. Goethe erlaubt einen Blick hinter diese Mauern und Castorf wird dafür sorgen, dass genau dieser Blick noch vertieft werden kann.

Ich mache mich bereit für einen Ausflug nach Deutschland, nach Frankreich und bis hin nach Algerien. Vom Zweiten Kaiserreich bis hin zur Kolonialisierung und dem Algerienkrieg eröffnen sich Tiefen der europäischen Geschichte, die in diesen Facetten vorher wohl kaum auf der Bühne zu sehen waren. Und das alles vor dem Hintergrund von einem schriftstellerischen Meisterstück, das Seinesgleichen sucht.

Video: Frank Castorfs beim Applaus für den Abschieds-„Faust“ an der Volksbühne Berlin

Video wurde nachträglich am 18.06.2018 eingefügt.

Schwarz auf Weiß: Faust lockt Schauspielgrößen auf die Bühne

Doch wer kann es schaffen, diesem besonderen Faust ein Gesicht zu geben? Bevor ich mich entschieden habe, das Stück anzusehen, habe ich einen Blick auf die Liste der Schauspieler und der Crew geworfen. Als passionierter Theatergänger sind mir die Namen nicht fremd. Direkt ins Auge gestochen ist mir Aleksandar Denić. Der Bühnenbildner konnte mich mit seiner Arbeit bereits bei „Baal“ überzeugen, als das Stück am Residenztheater München lief. Für diese Arbeit hat er sogar die Auszeichnung als Bühnenbildner des Jahres erhalten. Kein Wunder, dass ich es kaum erwarten kann, seine Arbeit bei Faust zu sehen.

Aber auch die Liste der Schauspieler fasziniert. Generell habe ich Faust als ein Stück kennengelernt, bei dem die Interpretationsmöglichkeiten besonders vielseitig sind. Umso spannender finde ich die Frage, was wohl Darsteller, wie Sophie Rois oder auch Marc Hosemann aus dieser Aufgabe machen werden.

Was erwarte ich? Von Faust auf der Volksbühne erwarte ich mir ein gesundes Maß an Wahnsinn und ein optimales Händchen des Intendanten, aus dem Stück herauszuholen, was zwischen den Zeilen noch niemand gelesen hat. Ich möchte ein künstlerisches Meisterwerk mit dunklen und hellen Facetten und eine Aufführung, bei der ich mit einsteige in die Welt des Dramas. Allein das wunderbare Ambiente der Volksbühne wird bereits beeindruckend sein.


Bildnachweis:©Titelbild: David Baltzer

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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