Im Jubiläumsjahr zum 45. Geburtstag des Technik Museum Sinsheim startet die Restaurierung der Tu-144, die seit 25 Jahren auf dem Museumsdach thront. Die Außenhaut ist vom ursprünglichen Aeroflot-Lack befreit und durch Korrosion angegriffen. Der gemeinnützige Museumsverein sammelt Spenden und koordiniert das Projekt, während die Wilhelm Layher GmbH & Co. KG das Layher-Allroundgerüst gratis bereitstellt und die Wolfgang Fuchs GmbH dessen Aufbau übernimmt. Besucher bleiben trotzdem größtenteils zugänglich während der Arbeiten.
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Ziel: Optische Wiederherstellung der Tu-144 Außenhaut nach umfassenden Korrosionsschäden

Das weithin sichtbare Wahrzeichen des Technik Museum Sinsheim (Foto: TMSNHSP)
Die Außenhaut der Tu-144 stellt nach zweieinhalb Jahrzehnten im Freien ein riskantes Korrosionspotenzial dar. Stellenweise ist der historische Aeroflot-Lack abgeplatzt, grüne Korrosionsschutzgrundierung deckt das Metall ab. Weil Verkehrsflugzeuge professionell alle acht Jahre neu beschichtet werden, steht nun ein umfangreiches Instandsetzungsprogramm an. Geplant ist ein systematischer Auftrag von Entrostungs- und Schutzlacken. So bleibt die Struktur erhalten, und Besucher können weiterhin authentische Technikgeschichte erleben. Die Maßnahme sichert konservatorische Standards, Ästhetik und Integrität.
Museumsverein, Layher GmbH und Fuchs GmbH realisieren Tu-144-Hallenrestaurierung gemeinsam
Die Organisation des Technik Museums Sinsheim erfolgt über einen gemeinnützigen Verein, der auf die tatkräftige Mithilfe seiner Community baut. Die Wilhelm Layher GmbH & Co. KG steuert unentgeltlich ein auf die Tu-144 zugeschnittenes Layher-Allroundgerüst bei. Aufbau und Justierung dieses Gerüsts werden von der Wolfgang Fuchs GmbH übernommen und exakt ausgeführt. Wolfgang Fuchs, Geschäftsführer der aufbauenden Firma und Vizepräsident des Museumsvereins, koordiniert alle Abläufe, um den reibungslosen Fortgang zeitnah zu gewährleisten.
Risiken für Dachkonstruktion minimiert durch direktes Gerüstmontagekonzept ohne Stützen
Mittels einer angepassten statischen Rahmenkonstruktion lässt sich das Gerüst auf der Hallendecke aufstellen, ohne die Dachkonstruktion zusätzlich zu sichern. Dadurch entfallen zwei 500-Tonnen-Mobilkrane, und die Besucherparkplätze an der A6 bleiben uneingeschränkt passierbar. Diese Vorgehensweise spart Kosten, reduziert die Montagezeit spürbar und minimiert Risiken für bestehende Bauwerke. Zugleich vereinfacht sie logistische Abläufe, erhöht die Sicherheit und erzielt eine effizientere Auslastung des vorhandenen Hallendachs langfristig und verringert den Kraftaufwand bei der Installation.
Museumswerkstatt bleibt flexibel für weitere Exponate während Restaurierung läuft
Das Layher-Allroundgerüst umschließt das Cockpit in 30 Metern Höhe und bietet auf circa 2.000 Quadratmetern großflächige Arbeitsbühnen. Drei bis sechs Fachkräfte führen dort schrittweise Reinigungsarbeiten, Schleifprozesse und Airless-Lackiertechniken durch. Insgesamt kommen rund 500 Liter Korrosionsschutz- und Decklack zum Einsatz. Während die Restaurierung des Überschalljets im bekannten Aeroflot-Farbschema erfolgt, bleibt die Museumswerkstatt parallel flexibel verfügbar, um zeitgleich weitere Exponate professionell zu betreuen und Besucher können die Arbeiten durch große Panoramafenster verfolgen.
Museumsdach bleibt barrierefrei begehbar und führt Besucher zur Concorde
Trotz intensiver Arbeit an der Tu-144 bleibt das Luftfahrthighlight weitgehend begehbar. Ein neuer Tunnel unter dem Gerüst führt direkt zum U-Boot U17. Gleichzeitig garantiert das barrierefreie Museumsdach stufenfreien Zugang bis zur Concorde. Alle Besucherhinweise zu Öffnungszeiten und Routen während der Arbeiten veröffentlicht das Technik Museum Sinsheim fortlaufend online. So bleiben Flugzeug- und Marineexponate während der Sanierung sicher und komfortabel zugänglich, wobei Barrierefreiheit als zentrales Kriterium im Fokus der Maßnahmen steht.
Im Technik Museum Sinsheim führt die Restaurierung der legendären Tupolev Tu-144 zu einer dauerhaften Erhaltung dieses einzigartigen und bedeutsamen Highlights. Besucher erhalten seltene Einblicke in Restaurierungsprozesse wie Gerüstbau, Reinigung, Schleif- und Airless-Lackierverfahren. Das Projekt basiert auf der engen Zusammenarbeit von Museumsverein, Sponsoren und Fachfirmen. So bleibt der „weiße Riese“ als weithin sichtbares Wahrzeichen über der A6 präsent und steht als Musterbeispiel gemeinsamen Engagements in einem der größten Privatmuseen Europas als Bildungsauftrag.

