Mainzer Wände

Mainzer Wände haben im Gegensatz zu den 2.000 Jahren Historie der Stadt eine recht kurze Geschichte, wenngleich sie viel Spuren aus diesen 2.000 Jahren auf sich tragen. Es ist etwa zehn Jahre her, dass sie den Weg in den Fokus der Öffentlichkeit gefunden haben. Im Jahr 2007 versuchte Tom Möller die Mainzer Wände in ein Projekt der Gegenwartskunst zu holen.

Mainzer Wände in der Gegenwart: im Hier und Jetzt

Die Gegenwartskunst war schon immer Gegenstand von Diskussionen. Maler der Geschichte haben es leichter, zu Ansehen zu kommen. Besonders schwer haben es Künstler mit ungewöhnlichen Stilrichtungen. Das Vorhaben von Tom Möller begegnete mir bei einem Streifzug durch die Tiefen des Internet auf der Suche nach Spuren der Mainzer Geschichte. Mainzer Wände haben in der Geschichtsschreibung nicht wirklich viel Aufmerksam erhalten. Meist waren die Geschehnisse vor oder hinter den Wänden wesentlich spannender.

Meine Gedanken formten dann plötzlich den Wunsch, den Spieß einmal umzudrehen und ganz bewusst Mainzer Wände zum Gegenstand meiner Betrachtungen zu machen. Ich beschloss, meinem Wunsch nachzukommen und Mainzer Wände im Rahmen einer kleinen Exkursion durch die Mainzer City einmal eingehender zu betrachten.

Mein Ausflug zu Mainzer Wänden führte mich vorzugsweise durch die Mainzer Altstadt, jenem Areal zwischen dem modernen CINESTAR am früheren Südbahnhof – nahe dem historischen „Neuthor“, dem Stadttor gen Süden – und dem Markt oder Höfchen mit seinen angrenzenden Vierteln. Damit Sie eine gute Vorstellung von den Wänden der Mainzer Häuser bekommen, will ich nun meine Schilderung mit einer Fotoserie fortsetzen und die Bilder der Mainzer Wände einzeln kommentieren. Sie kennen einige dieser Mainzer Wände? Dann würde ich mich sehr über einne KOmmentar unter dem Artikel mit Ihrer Begegnung mit ihnen freuen.

Elektronische Mainzer Wände gibt es auch: Die Leuchtreklamen der Geschäfte prägen in unterschiedlichster Form das Erscheinungsbild der Wände in Mainz. Hier das Reklameschild des "Asia Wok" am früheren Mainzer Südbahnhof, jetzt Bahnhof Römisches Theater.

Elektronische Mainzer Wände gibt es auch: Die Leuchtreklamen der Geschäfte prägen in unterschiedlichster Form das Erscheinungsbild der Wände in Mainz. Hier das Reklameschild des „Asia Wok“ am früheren Mainzer Südbahnhof, jetzt Bahnhof Römisches Theater.

In der Mainzer Altstadt in der Neutorstraße 13 findet sich der Mainzer Tischdecker "Wurstgefühle". Das neugierig machende Schild kündet von ihm. Oft ist es Kurioses, das Mainzer Wände ziert.

In der Mainzer Altstadt in der Neutorstraße 13 findet sich der Mainzer Tischdecker „Wurstgefühle“. Das neugierig machende Schild kündet von ihm. Oft ist es Kurioses, das Mainzer Wände ziert.

Etwas klassischer ist dieser Veranstaltungskalander des "Wurstgefühle" an den Wänden des Eingangsbereichs.

Etwas klassischer ist dieser Veranstaltungskalander des „Wurstgefühle“ an den Wänden des Eingangsbereichs.

Das Eiscafé Rialto besitzt eigentlich so gut wie gar keine Wände. Doch am Eck endet die Glasfront und es findet sich Platz für diese farbenfrohe Werbetafel. Viel Gelateria-Gefühl kommt hier rüber.

Das Eiscafé Rialto besitzt eigentlich so gut wie gar keine Wände. Doch am Eck endet die Glasfront und es findet sich Platz für diese farbenfrohe Werbetafel. Viel Gelateria-Gefühl kommt hier rüber.

Mainzer Wände können auch klappbar sein, wie dieser Aufsteller, der von den Leckereien des "Lille Hus" erzählt. Gegenüber dem Eiscafé Rialto ist das "Lille hus" gelegen, verkörpert einen völlig anderen Stil, ein völlig anderes Lebensgefühl.

Mainzer Wände können auch klappbar sein, wie dieser Aufsteller, der von den Leckereien des „Lille Hus“ erzählt. Gegenüber dem Eiscafé Rialto ist das „Lille hus“ gelegen, verkörpert einen völlig anderen Stil, ein völlig anderes Lebensgefühl.

Metall an Mainzer Wänden: Das Namensschild des "Lille Hus" über dem Eingang.

Metall an Mainzer Wänden: Das Namensschild des „Lille Hus“ über dem Eingang.

Mainzer Wände mit Tradition: Die Wände des l'Arcade. Diese Wände hätten genug Charakter, für sich alleine zu stehen. Dennoch tragen sie eine schön gestaltete Tafel.

Mainzer Wände mit Tradition: Die Wände des l’Arcade. Diese Wände hätten genug Charakter, für sich alleine zu stehen. Dennoch tragen sie eine schön gestaltete Tafel.

Diese tafel auf den Mainzer Wänden des l'Arcade künden von einer typischen Eigenschaft der Mainzer: Sie reden gerne miteinander. Was hier als Aufforderung ausgedrückt ist, sollte man eher als Anspruch und Selbstverständnis interpretieren.

Diese tafel auf den Mainzer Wänden des l’Arcade künden von einer typischen Eigenschaft der Mainzer: Sie reden gerne miteinander. Was hier als Aufforderung ausgedrückt ist, sollte man eher als Anspruch und Selbstverständnis interpretieren.

Mainzer Wände besitzen etwas nicht oder nur in sehr geringem Ausmaß, was in anderen Städten nur allzu verbreitet und bekannt ist: Das Writing und Taggen. Dies hier ist eine absolute Ausnahme in einer der kleineren Seitenstraßen der Mainzer Altstadt.

Mainzer Wände besitzen etwas nicht oder nur in sehr geringem Ausmaß, was in anderen Städten nur allzu verbreitet und bekannt ist: Das Writing und Taggen. Dies hier ist eine absolute Ausnahme in einer der kleineren Seitenstraßen der Mainzer Altstadt.

Die Wand von eben gehört zum Haus des Weinkontor Kessler. Blickt man zur Abwechslung mal nicht auf die Wände, sondern in das Schaufenster, erblickt man, was den Mainzer mehr bewegt als das Zieren unbefleckter Wände: Leckeres Essen und Guter Wein!

Die Wand von eben gehört zum Haus des Weinkontor Kessler. Blickt man zur Abwechslung mal nicht auf die Wände, sondern in das Schaufenster, erblickt man, was den Mainzer mehr bewegt als das Zieren unbefleckter Wände: Leckeres Essen und Guter Wein!

Auch die Altdeutsche Weinstube im Hotel Schwan am Liebfrauenplatz verwendet bewegliche und aufstellbare Wände. Die historische Fassade ist daher recht arbeitslos.

Auch die Altdeutsche Weinstube im Hotel Schwan am Liebfrauenplatz verwendet bewegliche und aufstellbare Wände. Die historische Fassade ist daher recht arbeitslos.

Weiter oben tragen Mainzer Wände das an längst vergangene Zeiten erinnernde Schild des Hotel Schwan. Mainzer Wände können auch dokumentieren.

Weiter oben tragen Mainzer Wände das an längst vergangene Zeiten erinnernde Schild des Hotel Schwan. Mainzer Wände können auch dokumentieren.

Die "Rhein- und Seefisch-Handling" von Karl Balzer gibt es schon lange nicht mehr. Wer im Internet recherchiert, findet keine Hinweise auf das frühere Unternehmen in Mainz. Als letzter Zeuge  des damaligen Glanzes findet sich dieses in den Putz eingearbeitete Firmenschild. Mainzer Wände am Haus der Fischergasse 10 künden von dem Geschäft des Karl Balzer.

Die „Rhein- und Seefisch-Handling“ von Karl Balzer gibt es schon lange nicht mehr. Wer im Internet recherchiert, findet keine Hinweise auf das frühere Unternehmen in Mainz. Als letzter Zeuge des damaligen Glanzes findet sich dieses in den Putz eingearbeitete Firmenschild. Mainzer Wände am Haus der Fischergasse 10 künden von dem Geschäft des Karl Balzer.

Mainzer Wände gleich neben der Hausnummer 10 erzählen von einem weiteren historischen Ort. Die "Fisch-Halle" im Haus Fischergasse Nr. 12 mit ihrem breiten Tor lässt die großen Zeiten erahnen. So klein und schmal die Mainzer Fischergasse auch ist, in den letzten Jahrhunderten spielte sich das alltägliche Leben noch nicht im Internet ab und die heutige Altstadt war Dreh- und Angelpunkt aller wirtschaftlichen Aktivitäten.

Mainzer Wände gleich neben der Hausnummer 10 erzählen von einem weiteren historischen Ort. Die „Fisch-Halle“ im Haus Fischergasse Nr. 12 mit ihrem breiten Tor lässt die großen Zeiten erahnen. So klein und schmal die Mainzer Fischergasse auch ist, in den letzten Jahrhunderten spielte sich das alltägliche Leben noch nicht im Internet ab und die heutige Altstadt war Dreh- und Angelpunkt aller wirtschaftlichen Aktivitäten.

Nur wenige Häuser weiter dokumentieren Mainzer Wände der Fischergasse 4, dass diese Gasse ihren Namen völlig zu recht trägt. Im Haus Nr. 4 fand sich früher die Fischhandlung von "Ed. Jackob". Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass in der engen Fischergasse alle Fischkäufe der Stadt Mainz getätigt wurden.

Nur wenige Häuser weiter dokumentieren Mainzer Wände der Fischergasse 4, dass diese Gasse ihren Namen völlig zu recht trägt. Im Haus Nr. 4 fand sich früher die Fischhandlung von „Ed. Jackob“. Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass in der engen Fischergasse alle Fischkäufe der Stadt Mainz getätigt wurden.

Die Grebenstraße liegt ebenfalls in der Mainzer Altstadt. Mainzer Wände künden hier von zweierlei. Das Eine ist der Baustil der Nachkriegszeit, der sich hier bis heute gehalten hat. Das Andere ist eine typische Erscheinung in der Mainzer Altstadt: Hier finden wir ein Mainzer Weinlokal. Mainz kann seine enge Verbindung mit dem Wein nicht leugnen - will es auch nicht.

Die Grebenstraße liegt ebenfalls in der Mainzer Altstadt. Mainzer Wände künden hier von zweierlei. Das Eine ist der Baustil der Nachkriegszeit, der sich hier bis heute gehalten hat. Das Andere ist eine typische Erscheinung in der Mainzer Altstadt: Hier finden wir ein Mainzer Weinlokal. Mainz kann seine enge Verbindung mit dem Wein nicht leugnen – will es auch nicht.

Mainzer Wände erzählen seit einigen Jahren Details der Mainzer Stadtgeschichte. Tafeeln mit Informationen über das zur Wand gehörige Haus und über die Menschen, die hinter diesen Mainzer Wänden gelebt und teils auch die Mainzer Stadtgeschichte geprägt haben.

Mainzer Wände erzählen seit einigen Jahren Details der Mainzer Stadtgeschichte. Tafeeln mit Informationen über das zur Wand gehörige Haus und über die Menschen, die hinter diesen Mainzer Wänden gelebt und teils auch die Mainzer Stadtgeschichte geprägt haben.

Diese Mainzer Wände kennt (fast) jeder Mainzer: Es sind jene des Weinhaus Bluhm. Inmitten der Mainzer Altstadt gegenüber der Badergasse gelegen, ist dies ein angenehmer Ort zumVerweilen.

Diese Mainzer Wände kennt (fast) jeder Mainzer: Es sind jene des Weinhaus Bluhm. Inmitten der Mainzer Altstadt gegenüber der Badergasse gelegen, ist dies ein angenehmer Ort zumVerweilen.


Bildnachweis: © alle schwarzer.de

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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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